Arthrose

Synonyme

Arthrose, Gelenkerkrankung Ankylosierende, Arthropathia deformans, Arthrosis deformans, Chopart-Gelenk-Arthrose, Coxathrose, Degenerative Arthropathie, Degenerative Gelenkerkrankung, Gonarthrose, Großzehengrundgelenkarthrose, Koxarthrose, Osteoarthritis, Osteoarthrose, Osteoarthrosis, Osteoarthrosis deformans, degenerative, degenerative Arthritis, ICD-10: M19. - Sonstige Arthrose, M17. - Gonarthrose [Arthrose des Kniegelenkes], M16.

Koxarthrose [Arthrose des Hüftgelenkes]) ist eine degenerative Gelenkerkrankung. Sie bezeichnet die Abnutzung und den Verschleiß des Gelenkknorpels.

 

 

Allgemeine Hinweise

Der Begriff Arthrose (Syn. Arthrosis deformans – altgriech. ἄρθρον  arthron, ‚Gelenk‘ und lat. deformare ‚verstümmeln‘) bezeichnet nach einer nichtamtlichen Definition in Deutschland einen „Gelenkverschleiss“, der das altersübliche Maß übersteigt.

Normalerweise schützt der Knorpel zusammen mit der Gelenkschmiere unsere Gelenke und fungiert als eine Art Stoßdämpfer. Durch eine Arthrose kann diese Funktion nicht mehr gewährleistet werden.

Die Erkrankung wird in folgende Formen der Arthrose eingeteilt:

  • Primäre Formen – z. B. durch Überbeanspruchung
  • Sekundäre Formen – z. B. in Folge entzündlicher Gelenkerkrankungen

Eine Arthrose ist eine lokale Erkrankung, die nur an einem einzigen Gelenk auftreten kann. Besonders häufig sind Knie oder Hüfte sowie die Fingergelenke betroffen. Frauen leiden häufiger unter Arthrose als Männer.

Arthrose der Hüfte Arthrose des Knie
Arthrose der Hüfte (klicken zum vergrößern) Arthrose des Knies (klicken zum vergrößern)

 

 

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Ursachen

Ursächlich werden ein Übermaß an Belastung (etwa erhöhtes Körpergewicht), angeborene oder traumatisch bedingte Ursachen, wie Fehlstellungen der Gelenke, oder auch knöcherner Deformierung durch Knochenerkrankungen wie Osteoporose gesehen. Die Arthrose kann ebenfalls als Folge einer anderen Erkrankung, beispielsweise einer Gelenkentzündung (Arthritis) entstehen (sekundäre Arthrose) oder mit überlastungsbedingter Ergussbildung (sekundäre Entzündungsreaktion) einhergehen (aktivierte Arthrose).

Grundsätzlich unterscheidet man die Arthrose auch nach ihrer Ursache. Der Arthrosis alcaptonurica liegt eine vermehrte Ablagerung von Homogentisinsäure in Gelenken bei vorbestehender Alkaptonurie zugrunde. Bei der hämophilen Arthrose liegen regelmäßige intraartikuläre Blutungen bei Hämophilie (Blutergelenk) vor. Die Arthrosis urica wird durch den mechanischen Einfluss von Uratkristallen (Harnsäure) auf den gesunden Knorpel hervorgerufen.

Klassische Ursache einer Arthrose stellt die Dysplasie von Gelenken dar. Am Beispiel der Hüfte wird deutlich, dass die mechanisch am meisten belastete Zone bei einer physiologischen Hüftstellung eine deutlich größere Fläche darstellt, als bei einer dysplastischen Hüfte. Die Belastungen durch die auf das Gelenk einwirkenden Kräfte sind von der Gelenkform jedoch weitgehend unabhängig. Sie verteilen sich im Wesentlichen auf die Hauptbelastungszone(n). Dadurch wird bei einer kleineren Zone eine höhere Druckbelastung als bei einer größeren auftreten. Die biomechanische Druckbelastung des Gelenkknorpels ist somit bei einer dysplastischen Hüfte größer als bei physiologischer Hüftstellung. Diese Gesetzmäßigkeit wird allgemein ursächlich für das gehäufte Auftreten arthrotischer Veränderungen an von der anatomischen Idealform abweichenden tragenden Gelenken gesehen.

Sind die Folgen einer Verletzung für einen vorzeitigen Verschleiß verantwortlich, so spricht man von einer posttraumatischen Arthrose. Als weitere Ursachen einer sekundären Arthrose werden mechanische, entzündliche, metabolische, chemische (Chinolone), trophische, hormonelle, neurologische und genetische Gründe diskutiert. In den meisten Fällen wird die Entstehung der Arthrose als idiopathisch, das heißt mit einer Krankheit verbunden, angesehen.

Medikamentöse Ursachen für eine Arthrose können beispielsweise Antibiotika von Typ Gyrasehemmer (Fluorchinolone wie Ciprofloxacin, Levofloxacin) sein. Diese Arzneimittel führen in schlecht vaskularisierten Geweben (hyaliner Gelenkknorpel; Sehnengewebe) zu einer Komplexierung von Magnesium-Ionen, was zur Folge hat, dass irreversible Schäden am Bindegewebe entstehen. Diese Schäden sind bei Kindern und Jugendlichen in der Regel in der Wachstumsphase ausgeprägter. Tendopathien und Arthropathien sind bekannte Nebenwirkungen dieser Medikamentenklasse. Beim Erwachsenen führen diese Antibiotika nach Informationen von unabhängigen Pharmakologen und Rheumatologen zu einem beschleunigten physiologischen Abbau des hyalinen Gelenkknorpels. Auch eine langjährige Behandlung mit Phenprocoumon kann durch Abnahme der Knochendichte bei Belastungen der Gelenkbinnenstruktur eine Arthrose begünstigen.

Neben dem Alter sind mechanische Überbelastungen, (Mikro-) Traumata, durch Verlust der Sicherungsmechanismen verursachte Destabilisierungen der Gelenke, sowie genetische Faktoren als Risikofaktoren für Osteoarthrose bekannt. Jedoch sind weder Entstehung noch Interventionsmöglichkeiten vollständig geklärt.

In einem von Osteoarthrose betroffenen Gelenk ist der Gehalt von Stickstoffmonoxid erhöht. Ähnliches konnte durch mechanische Reizung von Knorpelgewebe beobachtet werden.

Mechanische Krafteinwirkungen sind wahrscheinlich ursächlich an der Entstehung von Osteoarthrose beteiligt.

 

Häufigkeit

Am häufigsten betroffen sind:

  • Kniegelenk mit 61 % (Gonarthrose), rechts häufiger als links
  • Wirbelsäule mit 55 %
  • Hüftgelenk mit 38 % (Coxarthrose)
  • Schultergelenk mit 26 %
  • Kiefergelenk mit 4 %
  • Daumensattelgelenk mit 4 %

Zwei Drittel der deutschen Bevölkerung leiden an einer Arthrose.

Symptome Die ersten Anzeichen einer Arthrose sind meistens unspezifisch. Spannungsgefühle und Steifigkeit in den Gelenken können ebenso Frühzeichen des Verschleißes sein, wie Wetterfühligkeit oder ein unsicherer Gang.

Typisch für Arthrose sind sogenannte Anlaufschmerzen: Zu Beginn einer Bewegung treten heftige Gelenkschmerzen auf, die während der Bewegung allmählich nachlassen.

Mit zunehmender Abnutzung verstärken sich die Beschwerden:

  • Anfangs macht sich die Arthrose vor allem bei stoßartigen Belastungen bemerkbar, z.B. beim Bergablaufen.
  • Fließende Bewegungen wie Radfahren sind häufig noch schmerzfrei möglich.
  • Später kommen Ruheschmerzen oder nächtliche Schmerzen hinzu.

Typisch ist, dass sich mehr und weniger schmerzintensive Phasen abwechseln.

Wenn die Gelenke öfter überwärmt und gerötet sind, liegt dies an abgeriebenem Knorpel- oder Knochenmaterial, das Entzündungen hervorruft. Ärzte sprechen von einer sogenannten "aktivierten Arthrose".

Abgenutzte Gelenke verformen sich mit der Zeit und werden unbeweglich. Deshalb haben Menschen mit Arthrose der Hüftgelenke nicht selten Schwierigkeiten, aus dem Auto auszusteigen oder sich die Strümpfe anzuziehen.

 

Diagnose

Anamnese

Die Anamnese spielt zur Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Arthrose eine wichtige Rolle. Der Arzt sollte sich die Beschwerden des Betroffenen oder Faktoren, wie berufliche oder sportliche Belastungen, Besonderheiten in der Vorgeschichte (Operationen, Frakturen etc.) beschreiben lassen. Die Anamnese ist ein sehr wichtiges Instrument zur Beurteilung der Symptome, um gezielt diagnostische Instrumente einsetzen zu können.

 

Körperliche Untersuchung

Der Arzt prüft das Aussehen und die Funktion der Gelenke und testet auf Beweglichkeit, Krankheitsanzeichen und den Grad der Funktionseinschränkung.

 

Diagnostik mit Bild-gebenden Verfahren

Röntgen Knochen stellen sich im Röntgenbild sehr gut dar, während Muskeln, Bänder und Knorpelgewebe schlecht abzugrenzen sind. Der Arzt achtet auf den Abstand der Knochenanteile des Gelenks und auf Veränderungen der Gelenkstellung. Ausschlaggebend sind auch Knochenanbauten oder -unregelmäßigkeiten. Sie geben Hinweise auf die Ursache und den Schweregrad der Arthrose.

 

Computertomographie Die Computertomographie (CT) ist eine schichtweise Untersuchung des Körpers mit Röntgenstrahlen. Die CT liefert genauere Informationen als das Röntgenbild und wird daher bei spezielleren Fragestellungen verwendet.

 

Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspin-Untersuchung) Die MRT liefert ebenfalls Schnittbilder des Körpers, kommt jedoch ohne Röntgenstrahlen aus. Mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen werden bei dieser Untersuchungsmethode die Gewebe auf Grund ihres unterschiedlichen Wassergehalts dargestellt. Bei diesem teuren Verfahren können die den Knochen umgebende Strukturen besonders gut begutachtet werden. CT und MRT können sich je nach Anwendung ersetzen oder ergänzen.

 

Gelenk-öffnende Untersuchungen

Gelenk-öffnende Untersuchungen bergen immer auch das Risiko einer Infektion des Gelenks.

Punktion Bei der Punktion handelt es sich zwar nicht um einen gelenköffnenden Eingriff, es wird jedoch das Innere des Gelenks von außen durch die Haut und das umliegende Gewebe mit einer Spritze erreicht, um Gelenkflüssigkeit zu entnehmen. Diese wird auf Krankheitszeichen untersucht, so dass man zwischen einer akuten Gelenkentzündung (Arthritis) und einer verschleißbedingten Gelenkerkrankung (Arthrose) oder anderen Beschwerdeursachen unterscheiden kann.

 

Arthroskopie Als Arthroskopie (Gelenkspiegelung) wird eine minimal-invasive Untersuchung eines Gelenks mit Hilfe des Endoskops bezeichnet.

 

Behandlung / Therapie - Injektionstherapie

Was bedeutet Injektionsbehandlung

Die Injektionstherapie gehört ebenfalls zur Arthrosetherapie. Ziel der Injektionstherapie ist es, örtlich hochdosierte Wirkstoffe an den Ort der Arthrose zu bringen, damit es zu einer schnellen Verminderung der Beschwerden kommt.

Hierfür kommen klassische schulmedizinische, aber auch naturheilkundliche / homöopathische Medikamente zum Einsatz.

Es können auch beide Therapieansätze kombiniert werden, um eine maximale Wirkung zu erreichen.

 

Wo kann die Injektionstherapie eingesetzt werden?

Die Injektionstherapie kann praktisch an allen Gelenken, die mit einer Nadel mit vertretbarem Risiko erreicht werden können, eingesetzt werden.

Besonders geeignet sind hierbei folgende Gelenke:

  • Knie
  • Hüfte
  • Fingergelenke
  • Daumensattelgelenk
  • Sprunggelenk
  • Wirbelsäule
  • Schulter
  • ISG-Gelenk
Welche Medikamente kommen zum Einsatz?

Welche Medikamente letztendlich zum Einsatz kommen hängt von der individuellen Beschwerdesituation und Ihrem Wunsch ab.

Kortison Schulmedizinisch kommen hier entzündungshemmende Präparate zum Einsatz. Es handelt sich dabei um einen chemischen Ableger des natürlich im menschlichen Organismus vorkommenden Kortisons.

Kortison ist ein menschliches Hormon, welches eine ausgeprägte entzündungshemmende Wirkung besitzt. Alle von mir verwendeten Präparate sind pharmakologisch so entwickelt, dass sie - sofern sie die Blutbahn erreichen - direkt von der Leber eliminiert werden (first pass effect), so dass die Gefahr von Nebenwirkungen auf den Organismus minimiert ist.

 

Hyalart,Go-On ( Hyaloronsäure) In meiner Praxis wird seit über 17 Jahren mit großem Erfolg die Hyaloronsäure bei degenerativen ( arthrotischen ) Veränderungen der Gelenke angewendet. Aufgrund der langjährigen Erfahrung ( mehr als 20.000 Injektionen ) mit guten bis sehr guten Ergebnissen ist die Hyaloronsäure nach wie vor Mittel der Wahl.

 

Hyaluronsäure das Schmiermittel der Gelenke Die Hyaluronsäure ist Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit (medizinisch Synovia) und wirkt als Schmiermittel bei allen Gelenkbewegungen vergleichbar dem Öl beim Motor.

Die Gelenkflüssigkeit ist ideal an die Bedürfnisse des Gelenkes angepasst und kann einerseits den Reibungswiderstand auf ein Minimum reduzieren und andererseits bei extremen Bewegungen Haftungsstabiltät geben.

 

Hyaluronsäure als Grundbaustoff des Knorpels Die Hyaluronsäure ist weiterhin an der Vernetzung von Zuckerproteinketten im Knorpel beteiligt und bildet somit das Grundgitter der Knorpelstruktur.

Ohne Hyaluronsäure ist kein fester und somit kein stabiler Knorpel möglich.

Geschädigter und somit weicher, minderbelastbarer Knorpel kann durch eine gezielte Hyaluronsäuregabe wieder stabilisiert und die Belastbarkeit gesteigert werden.

 

Wirksamkeit

Hyaluronsäurepräparate werden seit etwa 1990 in arthrosegeschädigte Gelenke gespritzt um das Gelenk zu schmieren und mit Knorpelgrundsubstanz zu versorgen. Nach der Injektion kann der vorhandene Knorpel die Hyaloronsäure wie ein Schwamm aufnehmen und so seine Elastizität verbessern.

Am häufigsten wird Hyaluronsäure in das Kniegelenk gespritzt. Inzwischen gibt es aber auch Möglichkeiten fast alle anderen Gelenke (bes. Hüftgelenk, Sprunggelenk) mit Hyaluronsäure zu versorgen.

Die Wirksamkeit reicht von vollständiger Beschwerdefreiheit bis zu nur einer geringen Verbesserung. Der größte Teil der Patienten profitiert von dieser Anwendung jedoch deutlich, weshalb wir eine Hyaluronsäuretherapie bei Anfangs- und Mittelstadium empfehlen.

Die Wirksamkeit beträgt je nach Patient und Produkt für ein bis mehrere Jahre und kann jederzeit wiederholt werden.

Um diesen Effekt zu erzielen sind in der Regel 5 Injektionen notwendig. Wie bei allen medizinischen Belangen ist die Durchführung von entscheidender Bedeutung. Um maximale Sicherheit besonders gegen Infektion, Blutung oder Schäden am Gelenk vorzubeugen, werden maximale Sicherheitsaspekte beachtet.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Arthrosetherapie mit Hyaluronsäure in der Regel nicht, Privatkassen übernehmen die Kosten - teilweise jedoch nur nach vorheriger Absprache.

 

Terminvereinbarung

Zur telefonischen - oder online Terminvereinbarung klicken Sie bitte auf nachfolgenden Link Terminvereinbarung.

 

Prognose – Heilungschance

Eine Arthrose mit Schäden und Verformungen an der Knochensubstanz lässt sich nicht rückgängig machen.

Alle therapeutischen Bemühungen richten sich darauf, ein Fortschreiten der Arthrose zu verhindern oder die Symptome zu lindern. Insofern ist die Prognose insgesamt eher ungünstig. Das sollte aber kein Anlass sein, die therapeutischen Möglichkeiten nicht voll auszuschöpfen.