Perkutane Nukleoplastie der Bandscheiben

Synonyme

Perkutane Nukleoplastie, Nukleoplasty, minimalinvasive Operation der Bandscheibe, Dekompression der Nerven, Dekompression des Myelon.

 

Allgemeine Hinweise

Die perkutane Nukleoplastie der Bandscheiben ist eine bewährte Behandlungsmethode von Rücken – und Beinschmerzen bei abnützungsbedingten, verschlissenen Bandscheiben als Schmerzursache.

Schon über sechs Jahre lang wird diese sehr effektive Methode der Schmerztherapie von mir erfolgreich angewendet.

Der ambulante Eingriff wird ohne großen Aufwand für den Patienten in örtlicher Betäubung und zusätzlich in Analgosedierung (Dämmerschlaf) durch einen erfahrenen Anästhesisten durchgeführt. Eine Vollnarkose ist dabei nicht notwendig. Die Kosten werden von allen Krankenkassen als gängige und anerkannte Methode der Schmerztherapie übernommen. Die Behandlung dauert 45 Minuten. Danach kann der Patient in Begleitung einer erwachsenen Person wieder nach Hause gehen.

 

Anwendungsbereiche

Behandelbar sind diejenigen Schmerzen, die von den Bandscheiben aus gehen und teilweise zu einer Enge des Wirbelkanals ( Spinalkanalstenose ) führen. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Druck der Bandscheibe auf das Nervengewebe. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden bei sachgemäßer Anwendung bisher nicht beobachtet.

 

Wirkungsweise

In Bauchlage wird nach entsprechender Sedierung durch den Anästhesisten eine dünne Kanüle von hinten seitlich in das Zentrum der Bandscheibe platziert. Dabei wird die Lage der Kanüle unter Röntgenkontrolle in mehreren Ebenen kontrolliert. Durch diese Kanüle wird nun die Nukleoplastiesonde eingeführt und mittels Radiowellen Bandscheibengewebe verdampft und ein kleiner Hohlraum geschaffen. Somit wird der Druck der Bandscheibe auf das Nervengewebe reduziert oder ganz aufgehoben.

Seit kurzen benutze ich auch dafür einen modernen Mikrolaser mit dem gleichen Effekt. Es wird so der Druck in der Bandscheibe vermindert, Bandscheibengewebe geschrumpft und die Bandscheibenvorwölbung in Richtung Wirbelkanal / Nerven kann sich verkleinern. Der erste Patient wurde im Juli 2000 in den USA operiert und seitdem weltweit über 50.000 Patienten mit dieser Methode behandelt. Die früher vorgekommenen Gewebeverletzungen der Umgebung können mit dem neuen Mikrolaser nicht mehr vorkommen und sind unbedenklich.

Perkutane Nukleoplastie Perkutane Nukleoplastie
Bilder von einer Operation - Perkutane Nukleoplastie der Bandscheiben. (klicken zum vergrößern)

 

Perkutane Nukleoplastie
Film über die Perkutane Nukleoplastie der Bandscheiben - bitte anklicken
(Film öffnet sich in einem neuen Fenster)

 

Risiken

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind durch die minimalinvasive und sehr schonende Technik sehr selten. Es können aber auch bei größter Sorgfalt des Operateurs und seiner Mitarbeiter Komplikationen eintreten.

 

Entzündung

Jede Wunde oder jeder Einstich kann sich entzünden. In seltenen Fällen kann die Entzündung auf die Nachbarschaft des OP-Gebietes oder sogar auf den ganzen Körper übergreifen.

Bitte sagen Sie Bescheid, wenn Sie Fieber haben, sich krank fühlen oder irgendwo am Körper eine Infektion haben wie z.B. ein Furunkel, Abszess oder Eiterherd.

 

Nachblutung

Auch wenn bei Beendigung des Eingriffs keine Blutung zu erkennen ist, kann ein angestochenes Blutgefäß später wieder zu bluten beginnen. Vermeiden Sie bitte jegliche Wärmeanwendung nach dem Eingriff für ca. einen halben Tag.

 

Nervenverletzung

Dies ist außerordentlich selten durch die vorher beschriebene Vorgehensweise, kann aber letztlich bei keinem Eingriff ganz ausgeschlossen werden. Insbesondere ist die Verletzung kleinster Hautnerven möglich, so dass es zu einer Herabsetzung des Gefühlsvermögens in umschriebenen Bereichen führen kann.

 

Schwellungen

Können kurzfristig auftreten, daher sollten am OP-Tag jegliche Wärmeanwendungen unterlassen werden.